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Manchmal sieht man den Wald vor Bäumen nicht 

 Februar 6, 2021

By  Martin Glück

Da waren wir so oft dran vorbeigefahren. Im Alltag, auf dem Weg zur Arbeit. Zum Einkaufen. Eben die ganze Zeit. Aber es brauchte erst meinen Vater, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass „dieses verklinkerte Haus an der einen Ecke“ zu vermieten sei, wie die Mutter zufällig entdeckt hatte. Wie per Schild hinter dem Fenster verkündet wurde. Gut, wir waren ja bereits früher weichgeklopft worden, eine zeitweise Miete in Betracht zu ziehen, bis wir unser eigenes Heim bekämen. Aber hier war uns der Gott des Immobilienmarktes günstig gestimmt: es stellte sich nämlich heraus, dass das Haus nicht zu vermieten, sondern zu verkaufen war! Ich schrieb mir die ausgestellte Nummer vor Aufregung zitternd ab und ging dort anrufen. Das war eine Nummer bei der Sparkasse, genauer gesagt, deren Immobiliendienst. Jemand nahm meine Daten auf und versprach mir eine Rückmeldung. Nun, man konnte wieder hoffen.

Ganze fünfzehn Jahre kennen wir diesen Klinkerbau schon, so lange sind wir daran vorbeigefahren. Es liegt sowieso auf dem Weg zum Schrebergarten meiner Eltern. Dorthin sind wir bei schönem Wetter, besonders aber im Sommer, mehrmals in der Woche gefahren – immer an diesem Eckhaus vorbei. Und nun… könnte es uns gehören, mit etwas Glück. Sofort sieht man es mit anderen Augen, als wäre es doch keine fünfzehn Jahre dort gestanden und Teil unseres Alltags gewesen, wenigstens als Bestandteil der Kulissen. Ich wartete also auf den Anruf. Währenddessen verging eine Woche. Als ich am Haus vorbeikam, sah ich natürlich nach dem Schild. Teufel, es war abgenommen worden! Stelle dir meinen Schreck vor! Ich rief gleich bei der Sparkasse an, aber man konnte mich beschwichtigen: es war nur weg, weil sich zu viele Leute meldeten. Sollte ich erleichtert sein? Ich wollte es, aber Woche um Woche ging vorbei; schließlich zwei Monate, ohne dass etwas passierte. Was war nun wieder los? Der Makler meinte nur, das Exposé wäre in Arbeit und wenn es fertig wäre, würde man sich melden. Immerhin konnte ich endlich mal den anvisierten Preis in Erfahrung bringen – und er war doch höher als erwartet. Nun war gerade Urlaubszeit und wir saßen mit Freunden an der Costa Brava, aber mit dem Kopf immer noch in Deutschland; beschäftigt damit, wie es mit diesem Haus weitergehen sollte!

hier gelangst Du zum letzten Teil: Die Haussuche Teil 4 – Einbiegen in die Zielgerade

Hier findest Du alle Teile

Martin Glück


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